Konzeption des modernen Wasserkühler-Moments

Flexible workplace design requires engineered meeting places
Foto mit freundlicher Genehmigung von Steelcase.

Wann haben Sie das letzte Mal aktiv das persönliche Gespräch mit einem Kollegen oder einer Kollegin gesucht? Vielleicht haben Sie sich auf Google oder Zoom getroffen. Wenn das zu persönlich war, haben Sie vermutlich eine E-Mail oder eine Nachricht über Slack geschrieben.

Technologie verändert das moderne Arbeitsplatzdesign. Das Ergebnis? Weniger zufällige kurze Gespräche auf dem Gang und Begegnungen am Wasserkühler. Technologie ist nach wie vor eine wesentliche Triebfeder der Veränderungen in Unternehmen. Da die Menschen in ihren Arbeitsgewohnheiten agiler werden, wird Arbeitgebern die Tatsache bewusst, dass persönliche Interaktionen immer seltener stattfinden.

Hinzu kommt, dass Unternehmen bei ihren Arbeitsplätzen kreativer werden, was zu innovativen und flexiblen Arbeitsplatzkonzepten führt. Geschlossene Arbeitsplätze, beige gestrichene Wände und Teewagen gehören der Vergangenheit an. An ihre Stelle sind heute eher Kaffeestationen im Barista-Stil, Lounge-Bereiche, Großraum-Sitzgelegenheiten und inspirierende Kunstwerke getreten – und hier und da sogar eine Pitch&Putt-Anlage oder eine Rutsche.

Zufällig-absichtliche Arbeitsplatzgestaltung

Konzipierte Zufälligkeit, agile Arbeitsplätze, Design im Sinne der Mitarbeitererfahrung … wie man es auch nennen mag: Arbeitsplatzdesign ist ein hochaktuelles Thema und dieser Trend wird sich 2019 fortsetzen.

Laut einer Studie der Designagentur Cognizant spielt das Arbeitsumfeld für Unternehmensziele eine wesentliche Rolle. In ihrer Studie hatten 40% der Befragten ihren Arbeitsplatz umgestaltet, um Workflow und Flexibilität zu verbessern, und dadurch die Produktivität und die Agilität des Unternehmens gesteigert sowie mehr Kreativität und Innovationsgeist seitens der Arbeitnehmer erreicht.

Wir bei Borg & Overström fördern zufällige Begegnungen zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch unsere Breakout-Bereiche. Überall im Gebäude haben wir mehrere Tea Points – natürlich mit Wasserspendern bestückt – eingerichtet. Unser Hauptspeisebereich ist ideal dafür geeignet, Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen zu begegnen. Zudem halten wir regelmäßig „Thought-Shower Sessions“ ab, zu denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres gesamten Unternehmens eingeladen sind, selbst wenn das zu besprechende Thema nicht direkt mit ihrer Abteilung zu tun hat, um einfach eine neue Sichtweise kennenzulernen.

Doch was geschieht, wenn viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gar nicht vor Ort arbeiten, flexible Arbeitszeiten bestehen oder die Belegschaft sehr groß ist und sich nur gelegentlich trifft?

Die bauliche Anordnung verändern

Einer der frühen Pioniere der konzipierten Zufälligkeit war der Unternehmer Tony Hsieh, Chef des Online-Schuhhandels Zappos. Er ist der Überzeugung, dass „die besten Dinge geschehen, wenn sich die Menschen über den Weg laufen und Ideen teilen.“

Bekanntlich entschied man sich bei Zappos, drei der vier Ausgänge zu schließen. Dahinter stand die Idee, dass die Wahrscheinlichkeit von zufälligen Begegnungen steigt, wenn alle Mitarbeiter den selben Ausgang benutzen. Hsieh erklärte: „Das ist zwar unbequemer, aber uns sind ‚Zusammenstöße‘ wichtiger als Bequemlichkeit“.

Steelcase ergriff in seinem LINC-Gebäude noch extremere Maßnahmen. LINC ist der Sitz des Anbieters von Architektur-, Möbel- und Technologie-Produkten und dient teils als Designstudio, als Büro und als Vorführraum für Kunden. Bei der Konzeption des Gebäudes wurde Silobauweise verhindert und Möglichkeiten für zufällige Begegnungen einbezogen. „Der Entwurf bietet Menschen Gelegenheiten aller Art aufzustehen, herumzugehen, sich über den Weg zu laufen, sich einen Platz zum Reden zu suchen oder etwas gemeinsam durchzuarbeiten.“

Das vielleicht ungewöhnlichste und hervorstechendste Designmerkmal sind die Treppen. Sie sind 50 % breiter, als man erwarten würde, und gehen gerade über vier Stockwerke. Glasscheiben ermöglichen freie Sicht auf die Treppe und jedes Stockwerk. Steelcase meint, dass die Treppe „anders als ein Fahrstuhl ein Begegnungsort für spontane Gespräche ist“.

Vielfältige Arbeitsplätze anbieten

Das Einheitsbüro für alle Zwecke wird durch flexible Arbeitsräume ersetzt, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Bereiche für unterschiedliche Arbeitsstile bieten. Durch das Anbieten vielfältiger Arbeitsplätze und die Mobilität zwischen diesen Bereichen steigt zum einen die Chance auf zufällige Begegnungen, zum anderen können aber auch verschiedene Menschen zusammen arbeiten oder beisammen sitzen.

Dies kann auch zu mehr Wohlbefinden beitragen. Laut einer von Steelcase durchgeführten Studie verfügten zwar 77 % der Teilnehmer über einen zugewiesenen Arbeitsplatz, dennoch arbeiteten 87 % von ihnen 2 bis 4 Stunden anderswo. Ein wesentlicher Grund dafür war der Wille, der Monotonie der Arbeit an ständig demselben Ort zu entkommen.

Als das Beratungsunternehmen Gerson Lehrman Group sein Büro in New York neu gestaltete, erhielten die Mitarbeiter statt eines Schreibtischs einen Schrank und eine Vielzahl an Räumen, die sie für ihre Arbeit auswählen können. Dazu gehören ein Café-Bar-Bereich, Lounges und Besprechungsräume. Die Büros der Boston Consulting Group in Seattle erinnern mit der offenen Arbeitslounge, einem Mehrzweckpausen- und Arbeitsraum im Stil eines Cafés und ruhigeren Bereichen für konzentriertes Arbeiten eher an ein Hotel.

Das Großraumbüro mit flexiblen Arbeitsplätzen hat zu innovativen Möbeldesigns und Lagerlösungen geführt. Spacestor baut zum Beispiel Schrankwände, die in agilen Arbeitsräumen dringend benötigte Lagermöglichkeiten bieten und gleichzeitig als Raumteiler genutzt werden können.

Gesunde Gruppenaktivitäten einführen

Das Wohlergehen und Wohlbefinden von Arbeitnehmern hat für viele Unternehmen nach wie vor Priorität und so entstehen kreative Wellnessprogramme. Gesunde Gruppenaktivitäten sind auch tolle Gelegenheiten, Menschen zusammenzubringen und so zufällige Begegnungen und Gespräche zu fördern.

Am Schreibtisch stationierte Laufbänder waren dieses Jahr der letzte Schrei. Wem dies jedoch etwas zu extrem erscheint, sind Yoga- oder Pilates-Stunden nach wie vor beliebte Aktivitäten am Arbeitsplatz. Walking Meetings sind eine weitere Möglichkeit, in Bewegung zu bleiben und sich dabei mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.

RBI, ein großes Informationsunternehmen, führte eine 30-Tage-Challenge ein, um seine Mitarbeiter zu mehr Bewegung zu ermuntern. Die Teilnehmer sollten in Teams arbeiten und ihre Aktivitäten online aufzeichnen. Im Ergebnis begannen sie, mehr Bewegung in ihren Arbeitstag einzubauen, indem sie zum Beispiel die Treppen statt den Fahrstuhl nahmen oder persönlich zu Kolleginnen oder Kollegen gingen, um etwas abzusprechen, statt ihnen eine E-Mail zu schreiben, und es wurden mehr „Walk and Talk Meetings“ abgehalten. Außerdem wurden mehrere Teams aus Mitgliedern unterschiedlicher Büros gebildet.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Wahl lassen

Letztendlich geht es darum, die Wahl zu haben. Die Entwicklung moderner Arbeitsumfelder bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Wahl ihres Arbeitsplatzes und Kontrolle über ihr Arbeitsumfeld. Es geht nicht mehr nur um Ästhetik. Unternehmen müssen auch Werte wie Wohlbefinden, Gemeinschaft und Umwelt berücksichtigen, um Talente anzuziehen und zu halten und eine produktive und zufriedene Belegschaft zu fördern.

Wer weiß, vielleicht entsteht Ihre nächste großartige Idee bei der zufälligen Begegnung mit einer Kollegin oder einem Kollegen?


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